Reite dein Pferd schön

Heute war meine liebe Freundin und Pferdeausbilderin  Annika Heimann bei mir. Da ich in Babypause bin, kann und konnte ich ja nicht so viel mit meinem Pferd machen, aber so ein bisschen was geht immer. Heute ließ ich Annika mal machen. Und ich muss sagen, ich bin stolz auf mein Pferd. Annikas Aussage am Ende war „Sie ist so wunderschön, da konnte ich auch nicht mehr viel machen.“ Oh doch, sie war es, die sie in den 30 Minuten zum Strahlen brachte. Und wie? Na - reite dein Pferd schön!

 

Nur im Schritt! ließ sie mein Pferd zwischen den Zügeln ausbalancieren, was es mit angestrengter Atmung und wunderschönem Muskelspiel quittierte. Nur im Schritt, wie kann das sein? Na, Kniebeugen machst du auch im Stand und ich wette du pustest dabei. Wenn jeder Tritt vom Reiter in die gewünschte Richtung geleitet wird, dann ist das anstrengend fürs Pferd. Es soll sich eben in einer bestimmten Haltung, im gewünschten Tempo bewegen. Das ist wie Tanzen.

 

Was ist denn nun – die Kunst des Reitens?  Kunst erzeugt etwas wahrhaft Schönes nur, wenn es sich innerhalb der natürlichen Grenzen bewegt. Jede Überschreitung verzerrt das Bild und macht es zu einer Karikatur. 

 

               KUNST oder KOMMERZ?

 

Die Überschreitungen mögen ja für die Moderne schön sein, für mich ist sie das nicht. Diese strampelnden und stechenden Pferde, die Pferde mit totem oder hilfesuchenden Blicken; es macht  mich schlicht traurig, was der ein oder andere aus den so majestätischen Wesen macht. Deshalb gehe ich auch nicht gern auf Turniere. Dort werden leider nur den Karrikaturisten Preise verliehen, nicht dem Künstler. Die werden nur belächelt, oder sind eben erst gar nicht zu finden. 

 

 

Künstler sind meist keine Schleifensammler. Sie halten sich einfach weiterhin an die natürlichen Grenzen. Denn sie wissen was sie tun und wozu sie es machen. Frage mal einen Turnierreiter wozu der Sperrriemen ist oder wie man eine Kandare einsetzt. Du wirst viele Antworten erhalten, aber garantiert nicht die Richtige. Es werden einfach blind Werkzeuge in die Hand gegeben oder imitiert ohne über deren Gebrauch informiert zu sein.  Aber das ist ein anderes Thema.

 

Möchten wir uns die Reitkunst als schöne Kunst behalten, so muss der einzelne Reiter verstehen lernen, dass er es ist, der sein Pferd formt. Und dieses Formen niemals eine Zwangsmethode, also ein pressen, quetschen, festbinden und zerren sein kann. Das bringt nur Marionetten hervor. Lustig wippende zappelnde Puppen. Das mag das Publikum. Oder warum gewinnen die nochmal Preise?

 

In diesem Sinne, ich brauche keinen Preis, ich hab meinen Edelstein zu Hause.

 

 

Eure Nadine   reiten-physiologisch